Die erste Woche naehert sich dem Ende und ich bin immer noch fleissig dabei. Doch ganz so einfach wie ich mir die ganze Aktion vorgestellt habe, ist es nicht. Ich bin noch immer Abstinent, so lange die Sonne scheint. Aber so langsam fuehle ich mich ein wenig wie Morgan Spurlock in Super Size Me. Einer Dokumentation, in der sich ein unbefleckter Mann einem Selbstexperiment hingibt – er muss sich 30 Tage lang mit Produkten von McDonalds einer bekannten FastFood-Kette vollstopfen und bemerkt dabei sichtlich seinen koerperlichen Verfall. Aehnlich ist es bei mir – nur andersherum. Irgendwie.
Ich habe keine Ahnung ob ich abgenommen oder zugenommen habe. Ich weiss auch nicht ob ich erhoehte oder niedrige Werte in weiss-ich-nicht-was habe. Ich weiss nur, dass sich der Koerper daran gewoehnt sich scheisse zu fuehlen. Wobei ich ja glaube, dass die Entgiftung vielleicht wirklich nicht schadet.
Hier noch ein Bild von gestern nach dem Iftar-Buffet in einem Libanesischen Restaurant. Ich habe das halbe Buffet leer gegessen, alle angebotenen Dessert verputzt und anschliessend bei einer Rose-Flavour Shisha meinen dicken, runden Bauch gestreichelt.
Heute beginnt der dritte Tag des Fastens. Wahrlich kein einfaches Unterfangen. Doch bisher konnte ich jeglichen Genuessen wiederstehen und habe mich ferngehalten von Essen, Trinken, Nikotin und Alkohol. Das schlimme ist nicht der morgentliche Kaffee der fehlt. Auch nicht die Fruehstueckszigarette. Das geht alles noch. Doch Temperaturen um die 40 Grad Celsius tagsueber – ja, die herrschen hier immernoch vor – machen es einem nicht einfach, nicht zu trinken. Der Wassermangel sticht dabei schon hervor. So verwundert es nicht, dass ich dauermuede bin, mich ausgelaugt fuehle und – wie meine Mitmenschen mir versichern – ich dauerhaft schlecht gelaunt bin!
Da ich morgens um vier vor Sonnenaufgang mit Nichten die Musze habe um aufzustehen und irgendetwas in mich reinzuschaufeln bleibt mir nur das abendliche Fastenbrechen. Was dann auch nicht unbedingt gesund ausschaut – gestern 600g Steak mit French Fries. ABER mit dem hier nicht erhaeltlichen und von uns Deutschen vergoetterten – HELA CURRY KETCHUP! Mjammi :)
Mal schauen wie lange ich noch durchhalte, denn langsam kommt man schon hart an die Schmerzgrenze. Heute Abend geht es zu einem richtigen Iftar-Buffet in Libanese Village. Ich werde Bilder machen.
Gesund ist das ganze auf jeden Fall nicht. Sind ja nur noch 26 ½ Tage. Kinderspiel.
Heute beginnt er wieder – der heilige Fastenmonat Ramadan. Und ich mal wieder mittendrin.
Ramadan Kareem
29 Tage darf in der Oeffentlichkeit nicht geraucht, nicht getrunken, nicht gegessen, kein Kaugummi gekaut und auch keine laute Musik gehoert werden. Der ganze Spass bis die Sonne untergegangen ist und die Iftar-Zelte gestuermt werden.
Der Alex fastet mit. Ich habe heute noch nicht getrunken, nicht gegessen und auch nicht geraucht. Alkohol bleibt auch so lange verboten bis entweder Eid ist oder ich gaenzlich versagt habe und dank meiner Verweichlichung aufgebe. :)
Bevor ihr euch fragt, ob ich zum Islam konvertiert bin – Nein!
Ich werde auch nicht mitbeten oder sonstiges vernachlaessigen – fuer mich geht es nur darum, mich selbst und meine Selbstdisziplin zu testen. Sollte ich es nicht durchhalten werde ich auch nicht darum fuerchten im Fegefeuer der Hoelle zu landen. Ausserdem ist es ja auch eine nette Geste, wenn man auf die Einheimischen Geflogenheiten Ruecksicht nimmt.
Jetzt hat es auch mich erwischt. Nach knapp einem Jahr habe ich mein erstes Verkehrsvergehen begangen. Unwissentlich. Natuerlich. War nur leider nirgends ein Schild. Nicht am Anfang, nicht in der Mitte, nicht am Ende und auch nicht irgendwo dahinten umme Ecke.
Fehler: Parke niemals in einer Strasse. Egal ob da ein Parkverbotsschild ist oder nicht. Parke dort einfach nicht!
Nach Ruecksprache mit jemanden der mir sagen konnte, was auf dem Wisch steht, weiss ich nun, dass ich mich der „Behinderung des Verkehrs“ schuldig gemacht habe. AHA!
In der Strasse parken auch nur 10 andere Autos tagtaeglich. Da finde ich den kopfwackelnden Idioten vegetarischen Subkontinentler, der offen ersichtlich Zeitung am Steuer liest (ja, waehrend der Fahrt!) irgendwie verkehrsbehindernder.
Also – 320 Dirham muessen geloehnt werden. Was nach aktuellem Kurs genau 59 EUR sind!
Wegen irgendeinem Punkt koennten es auch 3.200 Dirham sein. Schoen, dass Araber selber ihre Zahlen/Zeichen nicht beherrschen.
Am Wochenende ging es mal auf grosse Wuestentour. Dieses mal nicht per Quad, sondern mit dem Jeep. Ein spannendes Unterfangen, wenn man bedenkt, dass man nicht selber faehrt, sondern von seinem Fahrer abhaengig ist. Aber der Gute Alaa hat sich grosse Muehe gegeben uns zu erschrecken. Um mal einen kleinen, aber feinen Einblick zugewaehren, gibt es folgendes Video. Das ganze sieht soweit relativ unspannend aus, da man leider nicht die UPs and DOWNs mitverfolgen kann mit der Kamera.
Anschliessend ging es dann ins Camp, wo Falken, Quad-Fahren, BBQ, Shisha, Calligraphy, etc. auf uns warteten.
Falke & Alex
Ich hab mich dann auch gleich mal in einen Dishdash samt Keffiyeh geworfen. Bilder gibt es zwar, aber Sheikh Alex wird euch das nochmal irgendwann anders praesentieren. Zum Schluss kam noch eine nette Bauchtaenzerin, die natuerlich mich als erstes von den 40 Personen auf die „Buehe“ holte. Gibt es leider keine Bilder von. Ohhhhhhhhhh. :)
Ich weiss, ich habe seit gefuehlten hundert Jahren nichts mehr geschrieben, aber ich hatte und habe wirklich etliches um die Ohren. Warum, wieso und weshalb – dazu zu gegebener Zeit mehr. Ein kurzer Enblick ohne viel Text-Trara. Es ging in den Oman – genauer gesagt Musandam – um auf einer froehlichen Spritztour ein wenig zu schnorcheln, zu grillen und Kaltgetraenke zu verzehren. Das ganze liegt nun aber auch schon Monate zurueck; mittlerweile waere so eine Tour auf Grund der Hitze nicht mehr wirklich schoen.
Hier bin ich beim Springen vom Boot. Koennte glatt Werbung fuer Cliffhanger machen, oder?
Desweiteren habe ich zum Ersten Mal in meinem Leben Delphine in freier Natur gesehen. HAMMER!
Und nochmal der dicke Alex (komisch, ich hatte doch sonst nich so’ne Wampe :D)
Die Bildergallerie werde ich heute Abend mal in HQ auf meinen flickR Account laden.
Sodele, das wars fuern Anfang. Der Rest kommt heute Abend. Muss mich ja auch erstmal wieder ans bloggen gewoehnen. ;)
Gestern wurden wir spontan von El Cheffe zum Quadfahren in die Wueste eingeladen. Konnte ich mir schon toll vorstellen, doch das Endresultat war unglaublich. Also gegen Mittag ab Richtung Hatta und dann nach etlichen Diskussionen endlich aufs Quad gestiegen und los. Zuerst war ich ein wenig gehaemmt. Quadfahren kannte ich aus Deutschland. Aber nur auf der Strasse – und nicht im Nirgendwo.
Die Handschuhe sind aus Gruenden der Haesslichkeit zensiert. :)
Den Tipp von Chef – nicht gerade auf eine Duene zuzufahren – habe ich nicht so ganz beherzigt. Nachdem ich dann mit ca. 60 KM/H auf eine Duene rauf bin, habe ich gemerkt, dass sie eine ungefaehres Gefaelle von 90° beinhaltete. Sprich, ein 300 Kilogramm schwerer Koloss riss mich in die Luft, lies mich dort fuer einige Meter und trachtete nach meinem Leben. Ploetzlich riss es mich nach unten und ich hatte einen *leicht* schmerzhaften Aufprall. Aber egal, ging weiter. Insgesamt eine Stunde hat der Spass gedauert und etliche Steckenbleibaktionen gefordert.
So sah das dann etwa aus:
Hier sehen wir dann nochmal die mutige Meute, die keine Gefahren gescheut und sich dem Tode entgegengestellt hat.
Die ganze Woche regnet es schon und die Strassen dementsprechend ueberflutet. Gestern war dann auch noch George W. Bush hier. Kurzfristig wurde ein Nationalfeiertag von der Regierung ausgerufen, sodass auch nicht gearbeitet werden musste. Denn alle Strassen waren gesperrt und ein Kommen zum Arbeitsplatz beinahe unmoeglich. Ueber Nacht regnete es dann heute wie aus einem Guss und da Kanalisationen hier vollkommen ueberbewertet werden, sehen die Strassen auch so aus. Aus Spass an der Freude habe ich fuer euch hier ein kleines Video, was einmal verdeutlicht wie sowas aussehen kann.
Regen in Dubai:
Da werden wir Maenner doch wieder zu Kindern und erfreuen uns an den unsinnigsten Dingen. :)
Da bin ich wieder. Im guten alten Dubai. Zwei schoene Wochen, viele Feiertage mit Freunden und Familie durfte ich geniessen. Aber die Kaelte, die verdammte Kaelte, die vermisse ich nicht. Nach einem ueberaus langen Heimflug bin ich dann auch irgendwann hier gelandet und habe mich nur noch dem Schlafen gewidmet.
Gestern dann gleich ins T-Shirt geschmissen und ab zum Mohammed bin Rashid Internation Football Championship, wo sich Inter Mailand, Internacional aus Brasilien, Ajax Amsterdam und der deutsche Vertreter VFB Stuttgart die Stollen umme Ohren hauen. Langweilig war das erste Spiel. Stuttgart verlor zu Recht 1:0 gegen den Brasilienmeister.
Ich konnte mich dann doch mit zwei alten Kollegen ablichten lassen. Drei Nationalspieler unter sich eben. . o O ( gut, der eine waere vllt. gerne einer geworden, ich gebs ja zu. Armer Yildiray :D )
Thomas Hitzlsperger, Alexander Hagenah, Yildiray Bastürk (v.l.n.r)
Zwischen den beiden Spielen war Zeit fuer ein Chicken-Sandwich samt Waesserchen. Dazu gabs als Beilage ein viertelstuendiges Feuerwerk. Grandios! Ehrlich!
Im zweiten Spiel aber wurde dann Klasse Fussball geboten. Die Mailaender schlugen Ajax 5:3 im Elfmeterschiessen, nachdem es zur regulaeren Spielzeit 1:1 endete. Das waren schon Klassenunterschiede zu erkennen.
Morgen geht es dann wahrscheinlich zum Finale. Ich hoffe der deutsche Meister schlaegt sich dort besser. Zur Not duerfen sie mich auch einwechseln – wenn es eng werden sollte.
Wer das Beduerfnis hat, dass Bild von mir und den anderen beiden Nasen in Gross zu sehen, frage einfach nach oder schaue demnaechst beim Sport-Bild Dealer seines Vertrauens in der Rubrik „Fan der Woche“ nach. ;)
So lange dauert es noch. 24 Stunden. Um 10.40 Uhr GMT+4 sitze ich im Flieger gen Heimat. Mit einem kleinen Stopover in Frankfurt, um anschliessend um 16.40 Uhr MEZ in Hamburg zu landen.
Ich freue mich. Nicht auf die Kaelte, um Gottes Willen. Auf Familie, Freunde, Bekannte. Weihnachtsmarkt (ohne T-Shirt ;), Schweinefleisch und Regen. Auch das habe ich alles vermisst.
Bis zum 04. Januar werde ich in Deutschland ausharren und versuchen, mir wieder Lebensqualitaet einzuhauchen.